Wie Gudensberg sich bis 2030 entwickeln soll

Artikel in der HNA vom 26.10.19

Siehe auch nh24:

ISEK: „Moderner Zehnkampf der Stadtplanung“

Für die SPD-Fraktion sprach Julian Brand in der Stadtverordnetenversammlung zum Entwurf eines Stadtentwicklungsprojektes. Es gilt das gesprochene Wort:

Herr Stadtverordnetenvorsteher, meine Damen und Herren,

für das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) Gudensberg 2030 – Aktive Kernbereiche Gudensberg liegt eine Dokumentation und ein Maßnahmenplan vor. Die Ergebnisse wurden uns schriftlich vorgelegt und die Ergebnisse des Stadtentwicklungskonzeptes in der gestrigen Ausschusssitzung und heute hier im Parlament vorgestellt.

Ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) ist heutzutage unumgänglich, wenn man Stadtentwicklung aktiv gestalten möchte.

Zum einen führen wir mit diesem Instrument die erfolgreiche Gudensberger Agenda 21 fort, nachdem das damalige Maßnahmenpaket zum größten Teil auch erfolgreich umgesetzt worden ist und nun eine Fortschreibung gefragt ist.

Zum anderen wissen wir, dass die finanziellen Belastungen ohne der Generierung von Fördermitteln aus städtebaulichen Förderungsprogrammen nicht zu stemmen ist.

Deswegen hatten wir uns bewusst dazu entschieden, den langjährigen Weg zu gehen und zukunftsgerichtete Konzepte gemeinsam mit den Bürgern aufzustellen und umzusetzen und damit den Agendaprozess neu voran zu treiben.

 

Herr Stadtverordnetenvorsteher, meine Damen und Herren,

nachdem die Innenstadt 2018 in das städtebauliche Förderungsprogramm „Aktive Kernbereiche in Hessen“ aufgenommen worden war, waren alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen, gemeinsam ein Konzept zu entwickeln. Die Bürgerbeteiligung ist das zentrale Element eines erfolgreichen Stadtentwicklungskonzeptes. Stadt und Bürger haben gemeinsam unter fachlicher Begleitung des Fachbüros akp die Weichen für die zukünftige Entwicklung unserer Stadt gestellt.

Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich bedanken für das Engagement, dass die Bürgerinnen und Bürger in den Bürgerforen und Arbeitsgruppen gezeigt haben. Mit der neu gebildeten Gruppe der sogenannten „lokalen Partnerschaft“ mit Bürgerinnen und Bürger, Vereinen und Institutionen, Parteien und beratenden Experten wird die breite Bürgerbeteiligung fortgesetzt.

Mit dem ISEK wurde vor allem das Wohnen und die Gebäude, die Frei- und Grünflächen und ihre Sicherheit, die sozialen und kulturellen Einrichtungen, Handel und Gewerbe, den Verkehr sowie Klima und Energie betrachtet. Das betrifft das äußere Gesicht unserer Stadt mit ihren Straßen und Häusern. Es betrifft die Ausrichtung von Handel, Gewerbe, Industrie und Dienstleistungen. Es betrifft Fragen der Infrastruktur wie Verkehrsführung, Einkaufsmöglichkeiten, Freizeitangebote. Unterschiedliche fachliche Blickwinkel mussten zur Geltung kommen und zusammengeführt (d.h, „integriert“) werden.

Zahlreiche der auf diese Weise entwickelten Maßnahmen haben gute Aussichten, bis zum Jahr 2030 mit Hilfe des Programms umgesetzt werden zu können. Das ist eine große Chance für Gudensberg, für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Entwicklungsplanung.

 

Herr Stadtverordnetenvorsteher, meine Damen und Herren,

dem Leitbild des Stadtentwicklungskonzeptes der Stadt Gudensberg mit den Handlungszielen für ein Gudensberg 2030 ist ein Logo oder besser ein „claim“, wie es Neudeutsch heißt, vorangestellt. Quasi ein Grundversprechen:

Gudensberg 2030. Fair – nachhaltig – sozial.

Wir streben an, dass Gudensberg als „Fairtrade-Town“ zertifiziert wird und wollen damit eine fairen kommunalen Handel fördern.

Wir erwarten, dass dieses Stadtentwicklungskonzept auch die Grundlage schafft, für ein Nachhaltigkeitskonzept – ein Nachhaltigkeitskonzept für einen sorgsamen und nachhaltigen Umgang mit unseren finanziellen, sozialen und ökologischen Ressourcen.

Wir wollen die Stadt weiterentwickeln, doch einfache Lösungen gibt es nicht in der Kommunalpolitik. Die Herausforderung besteht darin, gemeinsam anzupacken und die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Wir orientieren uns dabei an der Optimierung der Lebensqualität und der Teilhabemöglichkeiten.

Das Konzept, meine Damen und Herren, baut auf einer breiten Datenbasis und einer Stärken-Schwächen-Analyse aber vor allem auf das gegebene Grundversprechen auf. Es umfasst 6 Handlungsziele, eine Entwicklungsstrategie mit drei strategischen Ansätzen und 10 Handlungsfeldern mit insgesamt 30 Einzelmaßnahmen. Ein moderner Zehnkampf der Stadtplanung und der Stadtentwicklung!

Wichtige Querschnittsthemen sind dabei die Umweltorientierung und Klimaanpassung, die Sicherheit und die Barrierefreiheit – quasi als Leitplanken zu verstehen.

 

Herr Stadtverordnetenvorsteher, meine Damen und Herren,

gerne beschließen wir die Annahme der vorliegenden Entwurfsfassung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes Gudensberg 2030 im Rahmen des Förderprogramms „Aktive Kernbereiche“ zur Vorlage an den Fördermittelgeber.

Vielen Dank!“

 

 

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